Das Internet als Stromfresser

Wissen Sie, wie viel Strom Ihr Computer verbraucht? Das hängt natürlich vom Modell, von der Nutzung und von Zusatzgeräten wie dem Monitor ab, aber normalerweise dürften es etwa 100 bis 150 Watt pro Stunde sein. Das entspricht etwa dem Verbrauch von zwei oder drei herkömmlichen Glühbirnen. Doch der Stromverbrauch Ihres heimischen PCs oder dienstlichen Notebooks ist nur ein Teil der Energierechnung.

Auch Google, Wikipedia & Co. fressen Strom

Sobald nämlich ein Computer mit dem Internet in Verbindung tritt, kommt der Energieverbrauch des Netzes hinzu – und der ist enorm! Viele vergessen, dass auch der Betrieb der Datenleitungen und Server des Internets viel Energie benötigt. Wenn Sie also zu Google, Wikipedia & Co. surfen, verbrauchen Sie auch dort Strom. Und der wird leider meist immer noch mit umweltschädlichen Energiequellen wie Atom, Erdöl oder Kohle erzeugt.

Computerserver als Großverbraucher

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (kurz Bitkom) hat ermittelt, dass allein die Server in Deutschland einen Strombedarf von fast zehn Terawattstunden (TWh = zehn Billionen Wattstunden (Wh) haben. Das ist ein Anteil von rund zwei Prozent am gesamten deutschen Stromverbrauch und entspricht etwa der Jahresproduktion von einem Atomkraftwerk.

Beispiel Kohlendioxid-Ausstoß bei Google

Die britische Fachzeitschrift „New Scientist“ hat ausgerechnet, wie viel klimaschädliches Kohlendioxid durch eine Suchanfrage bei Google freigesetzt wird, sofern der Strom in Kohlekraftwerken erzeugt wird. Das Blatt kam für eine einzige Anfrage auf einen Ausstoß von 200 Milligramm Kohlendioxid. Das scheint erst einmal nicht viel zu sein, aber das Problem wird deutlich, wenn man die gewaltige Masse der Suchanfragen berücksichtigt.

Die Masse macht’s problematisch

Schon tausend Anfragen bei Google verursachen so viel Kohlendioxid, wie ein Auto durchschnittlich auf einem Kilometer ausstößt. Allein in Deutschland werden an Google täglich rund 150 Millionen Suchanfragen gerichtet, das entspricht also rund 150.000 Autokilometern – jeden Tag allein in Deutschland! Es wird für Klima und Umwelt also immer wichtiger, aus welchen Energiequellen die Unternehmen der Informations- und Kommunikationsbranche ihren Strom beziehen.

Jeder kann seinen Beitrag leisten

Doch jeder kann auch selbst einen Beitrag dazu leisten, das Internet umweltfreundlicher zu machen. Auch Umwelthaushalt.de wird selbstverständlich möglichst umweltfreundlich erstellt. Mein Computer daheim läuft mit Öko-Strom. Der Provider meines Internetauftritts betreibt seine Server mit klima-neutraler Wasserkraft. Und darüber hinaus ist Umwelthaushalt.de bei der Aktion „Mein Blog ist CO2-neutral“ angemeldet, die für meinen Blog einen Baum pflanzen!

Lesen Sie dazu mehr: Wie grün kann Strom sein?

Internet-Seite der Aktion “Mein Blog ist CO2-neutral”:
kaufDA.de: http://www.kaufda.de/umwelt/co2-neutral/

Ein Gedanke zu „Das Internet als Stromfresser

  1. Robert Britten

    Sehr anregender Artikel, der nachdenklich macht. Ich wusste zwar schon, dass das Internet viel Strom frisst, aber es ist sehr anschaulich, den Energieverbrauch mal in Autokilometer umgerechnet zu bekommen. Danke auch für die konkreten Tipps! Ich beziehe zwar schon Öko-Strom, aber über meinen Provider muss ich mich nochmal genauer informieren.

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