Ist Brot mit Körnern ökologischer?

Ich habe mehrfach längere Zeit in Großbritannien und Irland verbracht und mich dort immer sehr wohl gefühlt. Doch eine Sache habe ich auf den britischen Inseln stets vermisst: Vollkornbrot! Man kann dort zwar auch dunkles Brot mit Körnern kaufen, doch das ist meist genauso labbrig und weich wie Toast oder Weißbrot. Seither weiß ich das Brotangebot in Deutschland besonders zu schätzen.

Dunkles oder körniges Brot

Hierzulande kaufen viele Verbraucher dunkle oder körnige Brotsorten, weil sie denken, dass sie besonders gesund sind oder sogar ökologischer. Dabei sagen die Farbe des Brotes oder die Körner auf der Kruste nur wenig darüber aus, wie viele Ballaststoffe, Mineralien oder Vitamine tatsächlich darin sind. Und selbstverständlich bedeuten Körner auf der Kruste auch nicht, dass es sich um Bio-Brot handelt.

Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine

Brot ist ein wichtiger Lieferant von Ballaststoffen – jedoch nur, wenn man nicht bloß Grau- und Weißbrot kauft. Denn bei solchen Brotsorten werden vor dem Mahlen die äußersten Schichten des Getreidekorns entfernt. Dem Mehl fehlen dann nicht nur die meisten Ballaststoffe, sondern auch viele Mineralien und Vitamine. Man sollte daher Brotsorten bevorzugen, die aus Vollkornmehl oder Vollkornschrot gebacken wurden, denn dort bleiben mehr Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine erhalten.

Fantasienamen und Verkehrsbezeichnungen

Fantasienamen wie „Frühlingsbrot“, „Meisterbrot“ oder „Sonnenkornbrot“ sagen wenig über Qualität oder Zusammensetzung eines Brotes aus. Entscheidend ist vielmehr die Brotsorte, die jede Bäckerei als sogenannte Verkehrsbezeichnung angeben muss. Wir achten deshalb beim Einkauf besonders auf die Bezeichnung „Vollkornbrot“. So dürfen nur Brote genannt werden, die mindestens 90 Prozent Vollkornmehl oder -schrot enthalten.

Weitere Vorteile bei Bio-Brot

Leider gibt es in unserer Nähe keinen Bio-Bäcker, aber manchmal holen wir Bio-Vollkornbrot von einem Bäcker in der Innenstadt. Aus ernährungsphysiologischer Sicht gibt es kaum einen Unterschied zwischen Öko-Brot, normalem Brot vom Bäcker oder abgepacktem Brot aus dem Supermarkt. Bio-Brot hat jedoch den Vorteil für die Umwelt, dass das Getreide nach ökologischen Maßstäben angebaut wurde – also ohne Pflanzendünger und -gifte.

Brot ohne Konservierungsstoffe

Abgepacktes Brot darf übrigens Konservierungsstoffe enthalten, doch die meisten Hersteller in Deutschland verzichten freiwillig darauf. Ich finde aber, dass abgepacktes Brot nicht so aromatisch und frisch schmeckt, wie Brot vom Bäcker. Die Liste der Inhaltstoffe auf der Verpackung sollte Vollkornmehl oder -schrot möglichst vorne nennen. Auf jeden Fall wechseln wir die Brotsorte immer wieder, weil das nicht nur mehr Abwechslung beim Geschmack bringt, sondern auch bei den Zutaten.

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3 Gedanken zu „Ist Brot mit Körnern ökologischer?

  1. Wulf Piella

    Mit dem Brot ist das so eine Sache. In der Tat sind wir hier in Deutschland ziemlich verwöhnt, was Vollkornbrot betrifft. In fast jedem Ausland, in dem ich bisher war, ist das Angebot dünn bzw. gar nicht vorhanden. Das trifft übrigens auch auf das Netz an Naturkostläden zu. Bio-Brot ist meiner Meinung nach schon gesünder (dass keine Pestizide enthalten sind, schon nicht nur die Umwelt!), allerdings ist Brot mit Körnern für Menschen mit Problemen im Magen-/Darmbereich oft unverträglich.

  2. Stefanie Gekle

    Man kann Brot auch wunderbar selber backen. Macht auch mit Kindern viel Spaß, die nach Belieben ihre Lieblingskörner, Haferflocken oder auch mal Rosinen untermischen können. So weiß man garantiert was im Brot steckt. Und wenn man dazu noch Bio-Mehl nimmt oder sogar Bio-Getreide und dieses selber mahlt, ist der Brotgenuss perfekt. Und mit Sauerteig zubereitetes Brot hält sich obendrein auch noch viel länger frisch als so manches Hefeteig-Brot vom Bäcker. So kann man wunderbar größere Mengen auf Vorrat backen (und eventuell einen Teil einfrieren)

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