Mobil ohne Flugzeug

Jetzt ist Ruhe! Beim Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island wurden so große Aschewolken in die Atmosphäre geschleudert, dass der Flugverkehr über weiten Teilen Westeuropas vorsichtshalber eingestellt wurde. Für einige Tage herrscht auch am deutschen Himmel absolute Ruhe – kein Flugzeug zu sehen! Eine Situation, die Menschen in der Umgebung großer Flughäfen gar nicht mehr gewohnt sind.

Doppelter Schaden fürs Klima

Fliegen schadet der Umwelt. Dabei ist das größte Problem nicht der Fluglärm, sondern der Ausstoß von Treibhausgasen. Düsenflugzeuge stoßen große Mengen an Wasserdampf und Kohlendioxid aus, die die Atmosphäre zusätzlich aufheizen. Hinzu kommt, dass die klimaschädliche Wirkung der Flugzeugabgase etwa um das 2,7-Fache höher ist als am Boden, da sie in großer Höhe ausgestoßen werden.

Fluglärm kann krank machen

Ehrlich gesagt, stört mich der Fluglärm an unserem Wohnort nicht besonders. Ich werde nachts von Flugzeugen nur selten wach und tagsüber bemerke ich die Flieger meist gar nicht. Bei uns sind die Hauptlärmquellen nachts und tags unsere Kinder. Ich kann aber gut verstehen, dass sich viele vom Fluglärm gestört fühlen oder sogar krank werden. Auch ich genieße bewusst die ruhigeren Tage. Dabei könnte ich mich gut über Flugzeuge aufregen, denn ich fliege so gut wie nie.

Flugreisen sind vermeidbar

Das letzte Mal habe ich vor fast zehn Jahren eine Flugreise gemacht – es ging in die Türkei. Ich bin eigentlich immer nur dann geflogen, wenn es wegen der Erreichbarkeit oder der Reisezeit anders nicht möglich war. Und da lege ich einen recht großen Radius an: Ich war schon in Irland, Großbritannien, Schweden, Norwegen und Finnland sowie in Portugal, Spanien, Südfrankreich und Italien – immer mit der Bahn oder dem Schiff.

Klimakompensation für Flugreisen

Die meisten Menschen nehmen bei so weiten Reisen normalerweise das Flugzeug – nicht nur wegen der Bequemlichkeit, sondern vor allem wegen der Zeitersparnis. Ich finde aber, dass man beim Fliegen viel vom Erlebnis des Reisens verliert: Die wechselnden Landschaften, die interessanten Zwischenstationen – und auch etwas, das ich als die Dauer des Weges bezeichnen möchte. Ich kann aber gut verstehen, dass Flugreisen notwendig sind (ich würde nach Amerika auch nicht mit dem Schiff fahren). Nur sollte man in diesem Fall auch über eine Kompensation des Klimaschadens nachdenken!

Lesen Sie dazu mehr: Atmosfair: Klimaschutz trotz Flugreise

Ein Gedanke zu „Mobil ohne Flugzeug

  1. Bettina Lange

    Ein Artikel der nachdenklich macht. Ich fliege vor allem beruflich viel durch die Welt und fühle mich inzwischen durch den abrupten Orts- und Zeitzonenwechsel ziemlich gestresst. Früher fand ich Flugreisen toll, aber ich will künftig zumindest privat mehr auf das Erlebnis des Reisens achten. Danke auch für den Hinweis auf Atmosfair – soetwas sollte Pflicht werden.

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