Recyclingpapier ist besser als sein Ruf

Recyclingpapier (oft auch Umweltschutzpapier genannt) gilt nicht gerade als sexy. Dieses Papier, das vollständig aus Altpapier hergestellt wird, hat den Ruf, hässlich grau auszusehen und nicht für Drucker geeignet zu sein. Doch das war vielleicht vor 30 Jahren mal so, heute ist es weitaus besser als sein Ruf.

Viel Überzeugungsarbeit notwendig

Nach langer Überzeugungsarbeit ist es mir gelungen, dass wir Recyclingpapier auch in meiner Abteilung einführen. Seit heute ist das neue Papier in den Druckern und Kopierern – und die meisten Kollegen sind überrascht, dass sie überhaupt keinen Unterschied sehen. Auch technische Probleme hat es bisher nicht verursacht.

Recyclingpapier schont die Urwälder

Doch warum soll man überhaupt Recyclingpapier verwenden? Ein Grund dafür ist, dass die letzten Urwälder der Erde unter anderem deshalb immer weiter schrumpfen, weil der weltweite Verbrauch von Frischfaser-Papier steigt. Dadurch wird auch die enorme Artenvielfalt dieser Wälder bedroht, denn vor allem in den tropischen Urwäldern leben rund 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten der Erde. Jeder Deutsche verbraucht im Durchschnitt mehr als 250 Kilogramm Papier im Jahr. 90 Prozent davon wird aus dem Ausland eingeführt, laut Schätzungen kommen etwa zehn Prozent aus Urwäldern.

Recyclingpapier spart Rohstoffe

Bei der Herstellung von Recyclingpapier wird also viel Holz eingespart (und damit (Ur-)Wald geschont), denn beim Papierrecycling können die Holzfasern bis zu sechs mal wieder in den Recyclingkreislauf eingespeist werden. Darüber hinaus werden beim Papierrecycling deutlich weniger Chemikalien, Energie und Wasser benötigt als bei der Produktion von Frischfaserpapier. Wer Recyclingpapier kauft vermeidet also Giftstoffe und spart auch Energie und Wasser.

Recyclingpapier ist voll praxistauglich

Viele Menschen lehnen Recyclingpapier mit der Begründung ab, dass es in Druckern, Faxgeräten und Kopierern zu technischen Problemen führe. In Wirklichkeit verursacht es aber nicht mehr Probleme als konventionelles Papier, was auch von den führenden Herstellern von Büromaschinen bestätigt wird. Es ist außerdem genauso alterungsbeständig und archivierbar wie Frischfaserpapier. Manche finden die leichte Grautönung des Recyclingpapiers unansehnlich, doch man bekommt es mittlerweile auch in reinem Weiß.

Wie erkennt man Recyclingpapier?

Das wichtigste Kennzeichen für Recyclingpapier ist der „Blaue Engel“, der auch für andere umweltfreundliche Produkte vergeben wird. Der „Blaue Engel“ garantiert, dass dieses zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt wurde. Sogenanntes „Umweltschutzpapier“ übertrifft den „Blauen Engel“ aus ökologischer Sicht sogar noch, weil hier die Druckfarbe aus dem Altpapier nicht entfernt und das Papier nicht gebleicht wird.

Papier mit dem FSC-Siegel

Wer umweltfreundliches Frischfaserpapier sucht, findet inzwischen auch immer häufiger Papier mit dem Umwelt-Siegel des Forest Stewardship Council (FSC). Dieser „Welt-Forst-Rat“ wurde im Jahr 1993 als internationale regierungsunabhängige Organisation gegründet, um eine ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Waldnutzung zu fördern. Das FSC-Siegel ist das einzige weltweit anerkannte Öko-Siegel, das eine nachhaltige Forstwirtschaft garantiert. Beim FSC-Papier können Sie also sicher sein, dass die Wälder nicht zerstört und die dort lebenden Menschen nicht ausgebeutet werden.

Lesen Sie dazu mehr: FSC: Das Öko-Siegel für Holzprodukte

Internet-Seite zu umweltfreundlichem Papier:
Greenpeace Stuttgart: http://www.greenpeace-stuttgart.de/

Ein Gedanke zu „Recyclingpapier ist besser als sein Ruf

  1. Max Neunziger

    Also ich finde Recyclingpapier hässlich und werde das nie kaufen. Weißes Papier muss sein, und ich achte darauf, dass es ohne Tropenholz ist. Ich werde jetzt aber auch nach FSC-Papier schauen.

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