Bio- und Fair-Trade-Blumen

Schnittblumen haben oft nicht nur einen schönen Duft, sondern leider auch etwas Anrüchiges. Untersuchungen zeigen, dass vor allem Blumen aus Übersee oft mit Pestiziden belastet sind. Diese giftigen Pflanzenschutzmittel bedeuten für die Endkunden zwar meist keine akute Gefahr. Sie können aber die Floristinnen und Floristen krank machen – und vor allem die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Ursprungsländern. Anders als für Nahrungsmittel gibt es für Schnittblumen noch immer keine Grenzwerte für Schadstoffe.

Asthma und Nervenschäden

Die meisten Blumen kommen aus Entwicklungsländern wie Kenia, China oder Kolumbien, wo Sozial- und Umweltvorschriften häufig nicht eingehalten werden. Überprüfungen auf Blumenfarmen haben gezeigt, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter dort oft ohne Atemmasken, Handschuhe und andere Schutzkleidung arbeiten müssen und so mit den Pflanzenschutzmittel direkt in Kontakt kommen. Die Symptome reichen von Kopfschmerzen und Übelkeit bis zu chronischem Asthma und Nervenschäden. Auch Floristen hierzulande klagen über Allergien und Ausschläge, die sie auf pestizidbelastete Blumen zurückführen.

Imagepflege statt Verbraucherschutz

Die Branche hat das Problem erkannt, konzentriert sich aber bislang vor allem auf die Imagepflege. Mit Siegeln wie „Fair Flowers Fair Plants“ (FFFP) oder „Flower Label Program“ (FLP) soll das angeknackste Vertrauen der Verbraucher zurückgewonnen werden. Laut dem Verbrauchermagazin „Öko-Test“ sind bei FFFP und FLP allerdings manche Pflanzenschutzgifte noch erlaubt, die bei uns schon längst verboten wurden. Echter Verbraucher- und Umweltschutz sieht anders aus.

Bio- oder Fair-Trade-Blumen

Deshalb kaufe ich, wenn ich meiner Frau gelegentlich Blumen schenke, bevorzugt Blumen mit Bio- oder Fair-Trade-Siegel. Blumen aus anerkannt ökologischen Anbau sind allerdings nur schwer zu bekommen. Bei Fair-Trade-Blumen ist das schon einfacher, denn zumindest bei Rosen liegt ihr Marktanteil in Deutschland inzwischen bei knapp 20 Prozent. Hier kann man immerhin sicher sein, dass die Blumenarbeiterinnen und -arbeiter faire Arbeits- und Lebensbedingungen haben und dass sie feste Abnahmemengen und -preise bekommen.

Fair-Trade ist nicht ökologisch

Es soll übrigens auch Blumen geben, die ein Bio- und (!) ein Fair-Trade-Siegel tragen, aber ich habe noch keine gesehen. Allerdings sind Fair-Trade-Blumen nicht umweltfreundlich, denn sie werden per Flugzeug aus fernen Erdteilen eingeflogen. Ein Seetransport würde für die empfindliche Ware zu lange dauern, aber der Energieaufwand des Lufttransports ist mindestens zehnmal höher. Hinzu kommt, dass die klimaschädliche Wirkung der Flugzeugabgase in großer Höhe etwa um das 2,7-Fache größer ist als am Boden.

Blumen der Saison aus der Region

Natürlich ist auch die Energiebilanz von Blumen aus beheizten Treibhäusern schlecht, sogar wenn sie aus der Region kommen. Deshalb kaufe ich je nach Jahreszeit auch gern Blumen der Saison, die auf den Feldern in unserer Gegend wachsen. Wenn Sie einen eigenen Garten haben, können Sie Ihre Blumengeschenke natürlich auch selbst ziehen. Und übrigens: Auch ein selbst gemaltes Bild mit blühenden Blumen kann ein schönes Geschenk sein.

Lesen Sie dazu mehr: Ist Bio-Obst aus Übersee ökologisch?

Internet-Seite von Fairtrade Deutschland:
TransFair e.V.: www.fairtrade-deutschland.de